Souverän vor Mikrofon und Kamera
So gelingt die perfekte Interview-Vorbereitung
Podcasts, Zeitungsartikel, TV-Auftritte oder Podiumsdiskussionen sind heute wertvolle Chancen, die eigene Botschaft sichtbar zu machen. Gleichzeitig sorgen sie bei vielen für ein mulmiges Gefühl. Hier hilft eine gute Interview-Vorbereitung:
Was wird der/die Journalist:in mich fragen? Wie halte ich meine Antworten kurz und knackig? Und was, wenn mir plötzlich die Worte fehlen?
Die gute Nachricht: Souveränität in Interviews ist kein Talent, sondern das Ergebnis guter Vorbereitung.
1. Deine Botschaft ist der Schlüssel
Bevor du ein Interview gibst, solltest du dir klar machen, was die Menschen wirklich von dir mitnehmen sollen. Welche ein bis drei Kernbotschaften möchtest du unbedingt platzieren? Alles andere ist Beiwerk.
Ein Trick aus der Medienpraxis: Formuliere deine Botschaften so, dass sie auch ohne großen Kontext verständlich sind. Journalisten kürzen, schneiden und fassen zusammen – was bleibt, sollte trotzdem Sinn ergeben.
2. Die Kunst der Kürze: 30-Sekunden-Antworten
In Interviews zählt oft nicht die Menge an Worten, sondern die Prägnanz. Lange Sätze verlieren Aufmerksamkeit – kurze Aussagen bleiben im Gedächtnis.
Überlege dir dazu: Wie kann ich meinen Gedanken in maximal drei Sätzen auf den Punkt bringen? Übe das am besten laut – das sorgt dafür, dass es im Ernstfall leicht von den Lippen geht.
3. Souverän bleiben bei schwierigen Fragen
Nicht alle Fragen sind angenehm. Manche überraschen, manche wirken provokant, manche sollen bewusst in eine Richtung lenken. Wichtig ist: Ruhe bewahren.
Du darfst auch Zeit gewinnen, zum Beispiel mit einem Satz wie „Darüber lässt sich viel sagen, aber ich möchte den wichtigsten Aspekt betonen…“ oder mit einer eleganten Brücke zurück zu deinem Thema. Und wenn du etwas nicht beantworten willst – sag es klar und freundlich.
4. Deine Wirkung ist mehr als Worte
Bei Interviews – vor allem vor der Kamera – wirkt nicht nur der Inhalt. Auch deine Körpersprache, Stimme und Kleidung entscheiden, wie du wahrgenommen wirst.
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Ein aufrechter Sitz, offener Blick und ruhige Hände vermitteln Souveränität.
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Eine warme, klare Stimme wirkt kompetent und sympathisch.
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Kleidung sollte zur Situation passen und nicht vom Inhalt ablenken – vor der Kamera wirken gedeckte Farben meist am besten.
5. Social Media verlängert die Reichweite
Interviews sind heute nicht nur eine einmalige Veröffentlichung. Über Social Media kannst du Inhalte gezielt teilen, deine Botschaft verstärken und die Aufmerksamkeit verlängern. Ein gut platzierter Beitrag auf LinkedIn oder Instagram sorgt dafür, dass dein Auftritt noch lange nachwirkt.
Mentale Interview-Vorbereitung
Am wichtigsten ist vielleicht die innere Haltung: Ein Interview ist keine Prüfung und kein Verhör. Es ist ein Dialog auf Augenhöhe – du bist Expert:in für dein Thema, und das Interview ist deine Chance, es verständlich und lebendig zu vermitteln.






